DAS ANZAG MAGAZIN FÜR APOTHEKEN-FÜHRUNGSKRÄFTE

TITELTHEMA

März 2010

FRAUEN STARK IN DER APOTHEKE

Frauen dominieren das Bild in deutschen Apotheken – das gilt vor und hinter dem HV-Tisch. Weibliche Führungskräfte und weibliche Kundschaft prägen den Markt wie auch den persönlichen Umgang in der Offizin auf eine besondere Weise.

Die spezielle Einstellung zu ihrer Gesundheit macht Frauen für die Apotheken zu einer äußerst interessanten Zielgruppe: Sie achten auf ihr Wohlbefinden und ergreifen gesundheitliche Präventivmaßnahmen, während viele Männer sich auf die „Reparatur“ bestehender Probleme beschränken. Auch die Kaufkraft der Frauen in Deutschland ist nicht zu unterschätzen: Derzeit sind sie für satte 70 Prozent aller Konsumausgaben verantwortlich – und die finanzielle Macht der Frauen steigt weiter an (vgl. Studie der Boston Consulting Group, 2009). Wer das Potenzial dieser Klientel heben will, muss ihr Einkaufsverhalten kennen: Was für Männer eine Aufgabe ist, die es zu erledigen gilt, ist für Frauen ein Erlebnis – anders ausgedrückt: „Men buy – women shop.“ Gerade im beratungsintensiven Gesundheitsmarkt können Apotheker im persönlichen Kundengespräch daher durchaus punkten. Und auch hinter dem HV-Tisch haben oft die Frauen das Sagen. Fast die Hälfte der Apothekenleiter in Deutschland ist weiblich – eine hoher Anteil, wenn man bedenkt, welchen Seltenheitswert hierzulande Frauen in Chefetagen noch immer haben. Der ApothekenManager hat sich angeschaut, wie Frauen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen, welche Chancen und Herausforderungen der hohe Anteil weiblicher Angestellter in der Offizin mit sich bringt und wie man weibliche Kunden am besten anspricht:   
  • Wenn Frauen in Führung gehen 
    Frauen in Führungspositionen wollen heute nicht die „besseren Männer“ sein, sondern ihren ganz eigenen Stil entwickeln. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen setzen sie dabei verstärkt auf Mitsprache und Motivation der Mitarbeiter – mit Erfolg: Die Unternehmen profitieren nachweislich von ihren weiblichen Führungskräften.
  • Frauenquote unnötig – vom Umgang mit Teilzeitmodellen
    Apotheken gelten als familienfreundlicher Arbeitsplatz mit hoher Frauenquote. Arbeitszeiten können hier vergleichsweise flexibel eingeteilt werden. Zwei Apothekeninhaberinnen berichten, was Teilzeitmodelle für die tägliche Arbeitsorganisation in ihrer Offizin bedeuten.
  • Als die Frauen die Offizin eroberten
    Was heute für Kunden und Mitarbeiter völlig normal ist, war früher undenkbar: Frauen als Apothekerinnen. In einem historischen Abriss zeigt Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Honorarprofessor für Pharmaziegeschichte an der Universität Heidelberg, mit welchen Widerständen Frauen einst auf dem Weg zu ihrem Traumberuf zu kämpfen hatten.
  • Gender Marketing für Apotheken
    Gerade für Apotheken sind Frauen eine wichtige Zielgruppe, denn sie stellen den Großteil der Kundschaft dar. Gender Marketing ist eine Form der Kundenansprache, die die speziellen Bedürfnisse von Männern und Frauen berücksichtigt. Die Möglichkeiten in der Offizin reichen dabei von der durchdachten Produktauswahl bis hin zur besonderen Innenraumgestaltung.
  • Gesundheitsbewusstsein – ein weibliches Gen?
    Frauen leben deutlich gesundheitsbewusster als Männer – das belegt die Studie „Health Styles“. Prof. Dr. Thorsten Teichert, Autor der Untersuchung, erklärt, wie die für den Gesundheitsmarkt relevanten Trendtypen definiert werden und wie sie kommunikativ am besten zu erreichen sind.
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